Werkgruppe Posthorn inklusiv

Jeden Montag, Mittwoch und Freitag treffen sich Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Einschränkungen zum begleiteten Malen aber auch kunsthandwerklichem Schaffen bei Einzelunterrichtsstunden im Atelier.

Aus diesen Treffen ist im März 2021 die Werkgruppe Posthorn in Langenfeld entstanden, mit Künstlern und handwerklich begabten oder interessierten Menschen, die mit und ohne Behinderung gemeinsam wunderbare Werke entstehen lassen.

In nicht festgelegten Zeitintervallen werden diese Arbeiten zukünftig der Öffentlichkeit im Atelier in der Grünstraße und dem dazugehörigen Garten präsentiert und zum Kauf angeboten.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden in erster Linie von Mitarbeiterinnen des LVR begleitet und leben entweder in eigenen Wohnungen oder im sogenannten betreuten Wohnen.
Die Kunstausstellungen werden von Helga Pollok und Gerd Boes in Langenfeld organisiert. 

Die Werke sind von außergewöhnlich sensibler Aussage und feinen Details, die den Betrachter überraschen. Die Kunstschaffenden treffen mit ihren Arbeiten tief ins Herz. Scheinbar belanglose Alltagssituationen erzählen Geschichten, die berühren und zum Nachdenken anregen.
Dies sollte die Aufgabe der Kunst sein.

https://motus4.de/mitgliedergalerie/gerd-jaklic/

http://www.faerberei-wuppertal.de/bilderaustellungen.html

Gerd Jaklic

Kerstin Beinecke

Elisabeth Backofen

Vorwort

Michis Liederbuch ist zufällig entstanden. 

Michi, 57,  ist geistig behindert und lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft des LVR in Langenfeld im Rheinland. 

Er kann nicht sprechen und braucht für seine täglichen Bedürfnisse professionelle Hilfe. Er arbeitet in einer nahen Behindertenwerkstatt, wo er verschiedene Schrauben verpackt.

Was für viele Außenstehende erst unheimlich erscheint, ist für diejenigen, die Michi kennen völlig normal: Michi kommuniziert mit einem Hammer, meist ein kleiner gelbblauer Spielzeugholzhammer.

Da es seine Leidenschaft ist, sich in Baumärkten seit Jahren mit Hämmern einzudecken, hat dies zu einer unglaublichen Sammlung aller Art geführt.  

Michi kommt jeden Samstag zu mir und erkundet mit einem Hammer mein Atelier und den Garten nebst Gartenhaus. Manchmal töpfern wir gemeinsam– natürlich Hammer aus Ton …
Vorwiegend male ich ihm aber Gegenstände des täglichen Lebens, Michi übt dadurch das Sprechen mittels Erkennung der Farben und Formen.  Am schönsten ist es für Michi, wenn wir dabei singen.

Denn Michi kennt unglaublich viele Melodien aller möglichen Musikgattungen, die er mit Inbrunst summt. Summen ist eigentlich nicht der richtige Begriff, denn es sind überwiegend Laute, die aneinander gereiht deutlich erkennbare Melodien ergeben – auf den Ton genau!

Da Michi einige Lieblingslieder hat, kam mir Mitte 2018 die Idee, eine Mühle mit Wasserrad an einem kleinen Bächlein zu malen. Michi beobachtete die Entwicklung des Bildes genau. In dem Moment, wo das Motiv erkennbar wurde, fing Michi an, die Melodie des Volksliedes „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ zu singen.

Völlig verblüfft erkannte ich, dass Michi nicht nur die Melodie des Liedes kannte, sondern auch dessen Inhalt und diesen mit dem soeben gemalten Bild in Kontext setzen konnte.

Viele Bilder mit zahlreichen Szenen folgten, aus denen Michi ganz selbständig die Melodie erkannte – alte und neuere Schlager, Volksmusik, Karnevalslieder, Kinder- und Weihnachtslieder, Kirchenlieder und Stücke zu den verschiedenen Jahreszeiten.

Das gab die Idee zu Michis Liederwelt .

Paula Aldea und ich haben daraus ein Buch gestaltet, wo auch Sie spielend testen können, wie textsicher (und inhaltssicher) Sie mit deutschem Liedgut sind:
Erst kommt das 
Bild, dann auf der Rückseite die Auflösung mit Noten und Text.

Über das Buch freut sich Michi am meisten, denn es ist eine eigene wichtige Welt für ihn.

Alle Originalbilder hat Michi in seinem Besitz.

Helga Pollok

P.S. : Das Buch ist zum Selbstkostenpreis in limitierter Auflage zum Preis von 20,- € im Atelier Bariolé zu erwerben.

Atelier Bariolé
Helga Pollok
Grünstraße 17
40764 Langenfeld

info@helgapollok.de